Menschheit / Mankind
Sie illustrieren unsere Zeitungen, veranschaulichen historische Ereignisse in Geschichtsbüchern, sie werden in Fotoalben gehortet und zu Familienfesten verschickt: Jedes Ereignis hat seine eigenen Bilder und doch kehren Motive wieder, finden Fotografen eine ähnliche Sprache, drücken Darstellungen individueller Ereignisse Grundsätzliches aus.
Ari Goldmann ist dieser Bildsprache, dieser Ikonologie der privaten und öffentlichen Historie auf der Spur. Er findet Schlüsselbilder von Ereignissen, die uns bewegen, Bilder, die mehr transportieren als nur den Moment. In seinen Gemälden macht er sich auf die Suche nach Grundaussagen und Strukturen. Wie findet Kommunikation und Interaktion in diesen Schlüsselbildern statt? Welche Gruppen dominieren die Handlung? Welche Aussage verbirgt sich hinter dem Ereignis? Ari Goldmann reduziert die Bilder auf ihre Grundstrukturen und deckt so Zusammenhänge auf.
Fündig wird er in der Presseberichterstattung, in Literatur, Internet, Kunstgeschichte und Familienalben. Die besten Motive, meint er, findet er spontan. Sie stehen für einen bestimmten Moment, für ein Ereignis, und weisen doch über sich selbst hinaus, auf etwas Grundsätzliches hin.
Die innige Umarmung einer Mutter mit ihrem Kind, Bindung, Liebe, Nähe – das Bild strahlt eine Intensität aus, die es sicher aus dem Ereignis – der Freude einer Soldatin über das Wiedersehen mit ihrem Kind nach der Rückkehr aus Afghanistan – gewinnt und steht doch zugleich für etwas Übergeordnetes, Allgemeingültiges. Reduziert auf seine Grundform, ohne die Umgebung des Flughafens, den Tornister und die Uniform, gewinnt das Bild an Universalität, kann die Bindung von Mutter und Kind, die durch die farbige Kontrastlinie visuell verstärkt wird, vor den individuellen Moment treten.
Und wer hätte gedacht, dass das Bild einer Prozession von Professoren in Talaren, das zu einem Bericht über die Studentenrevolution in Hamburg und die Protestaktion Detlev Albers und Gert Hinnerk Behlmers „Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“ gehörte, in der Reduktion auf ihre Grundkomponenten so sehr an die niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts erinnern könnte? Halskrausen und schwarze Umhänge gliedern das Zeitungsfoto aus den 60ern zu einem abstrakten Rhythmus, in dem die weißen Kreise der Halskrausen wie Ufos vor dem dunklen Grund stehen bleiben.
Der Weg zu einer Grundform kann dabei seine Zeit in Anspruch nehmen – welcher Teil einer Gruppe oder Figur ist Träger der Aussage, welcher entbehrlich? Welche Struktur braucht der Hintergrund, um die Gesamtaussage des Bildes zu stützen? Oft zeigen unter der Bildoberfläche verlaufende Strukturen Bildfindungsprozesse – manchmal so intensiv, dass die Erhebungen an die Punzierungen des Goldgrundes in der Ikonenmalerei erinnern.
Ist die Grundform gefunden, können Variationen in Farbe oder Größe die Bildaussage verändern. Rahmenlinien und bildübergreifende Muster verändern Struktur und Bedeutung, unter der Oberfläche liegende Farbgrundierungen changieren den Grundton des Bildes vom Kalten ins Warme, bilden Rahmen und verändern nahezu unmerklich die Tonalität der Hauptfarbe – oft ein Schwarzton, mit dem Ari Goldmann experimentiert. Die Firnis hat dabei nicht nur versiegelnde Funktion: Sie unterstützt Ari Goldmanns Bemühungen, den Pinselduktus zu verbergen, stellt glänzende Flächen gegen stumpfe und fungiert dadurch oft formgebend.

Claudia Postel, anlässlich der Ausstellung "Menschheit", Galerie Postel Hamburg, 2014

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Kunstzeitung, Berlin, Juni 2015

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Abbildung und Original
"Die ersten Bilder von Ari Goldmann sah ich im Internet. Ich schaute sie mir aufmerksam an und bemerkte, dass Ausgangspunkt seiner Arbeiten Fotografien, Grafiken, Bilder aus Presse und anderen Medien sind. Aufgrund des Erscheinungsbildes der Arbeiten mit ihren reduzierten Formen, den klar gegliederten Flächen, den deutlichen Linien von Umrissen und der flächigen Bildanlage, ordnete ich für mich Ari Goldmanns Arbeiten getrost in der Ecke für rein grafische Kunst ein. Doch das war völlig falsch wie ich feststellte, als ich das erste Mal vor einem der Originale stand. Trotz aller vordergründigen grafischen Auffassung des Bildes ist Ari Goldmann Maler. Und sobald man eines seiner Werke im Original vor sich sieht, erkennt man dies deutlich.

Was in Abbildungen – sei es im Internet oder in Katalogen und anderen Printmedien – nicht sichtbar wird, sind die Ränder der klaren Formen oder die Strukturen innerhalb der monochromen Bildflächen (Punkte, Striche, ganze Landschaften). Schauen Sie sich die „Hirsche und Hirschkühe“ im Treppenhaus genau an. Die punktierten Linien beschreiben die Linienführung im zugrundeliegenden Stich von Lucas Cranach und ergeben eine Fläche. Sie ist nur der Vordergrund, die Essenz dessen, was in einer malerischen Auseinandersetzung herausgearbeitet wurde. Es scheint noch ein ganzer Wald im Hintergrund durch, der Teil des Ausgangsmotivs war. Im fertigen Bild liegen oft viele Schichten übereinander, die als Struktur sichtbar bleiben. Das Bild hat eine Geschichte. Von der ersten Idee, vom inspirierenden Bild als Vorlage führt ein Weg, den Ari Goldmann mit Farbe und Pinsel beschreitet..."

Ausschnitt aus der Einführungsrede zur Ausstellung "Zwischen den Welten";
von Birgit Wiesenhütter

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Ein Hauch von Zweifel
Die Suche nach den letzten Prinzipien und Ursachen der Welt, nach Sinn und Zweck der gesamten Wirklichkeit, ist menschliches Grundbedürfnis. Ein Grundbedürfnis ohne Aussicht auf Befriedigung, denn "mit dem Wissen wächst der Zweifel", wie es schon Goethe festgestellt hat. Den Teufelskreis, aus Bedürfnis nach Erkenntnis und der gleichzeitigen Verhinderung von Erkenntnis durch Zweifel zu durchbrechen, ist das erklärte Ziel von Ari Goldmann. Schlichtweg die Missachtung von Zweifel ist seine sicherste Bildstrategie. "Zweifel können kein sicheres Abbild ergeben", begründet er und provoziert doch nur das Gegenteil: Die Manifestation des Zweifels im Allgemeinen und immer auch die Behauptung der Fehlerhaftigkeit einer früheren, einer anderen Abbildung, im Speziellen.
Die Leerstelle - da, wo ursprünglich der Zweifel seinen Platz hatte - als Katalysator zur Beschleunigung des Teufelskreises.
Letztlich müssten alle Bilder leer enden, wenn die Aussparung eines jeglichen Zweifels die einzige künstlerische Strategie von Ari Goldmann wäre. Doch auch die selbstgesteckten Grenzen des Zweifels missachtend, überschreitet er sie und rechtfertigt so manche Abbildung mit einem Zitat von W. Shakespeare: "Zweifel sind Verräter. Sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen.”

H.J. Wieland, 2007


Second Life. 2007, Collage, 24 x 18 cm
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Ein Drip-Painting von Jackson Pollock kommt nicht in meine Wohnung!
Das wäre mir viel zu anarchistisch. Vor einem Drip-Painting kann jeder denken was er will.

Aber das Portrait von Whistlers Mutter wollte ich auch nicht in meinem Zimmer hängen haben. Auch wenn es ein Meisterwerk ist, es machte einfach keinen Sinn. Whistlers Mutter ist nicht meine Mutter. "Whistlers Mutter" stellt nicht 'unser aller Mutter' dar und ist auch kein Sinnbild für die Frau im Allgemeinen. – Nein! "Whistlers Mutter" ist Whistlers Mutter.

Ich suche ein Bild zwischen den Drip-Paintings von Jackson Pollock und "Whistlers Mutter". Nicht irgendwo dazwischen, sondern präzise, milimetergenau in der Mitte; mit genausoviel Abstand zu den Drip-Paintings wie zu "Whistlers Mutter". Denn an diesem Punkt heben sich die Nachteile der Gegenseite auf.

(Anmerkung: Whistlers Mutter ohne Anführungszeichen ist Whistlers Mutter; mit Anführungszeichen handelt es sich um das Bild.)

Jackson Pollock's drip paintings do not belong in my apartment!

That would be far too anarchistic for me. With a drip painting, one can think whatever they want.

But I wouldn't want Whistler's Mother hanging in my room either. Despite being a masterpiece, it simply does not make sense.

Whistler's Mother is not my mother. Whistler's Mother does not represent all mothers, and it is definitely not a symbol of women in general. No. Whistler's Mother is Whistler's Mother.

What I am seeking is an image between Jackson Pollock's drip paintings and Whistler's Mother. Not somewhere in between, but precisely, with millimeter accuracy, in the middle - with as much distance to Pollock's drip paintings as to Whistler's Mother. Only at this point do the disadvantages of each painting wipe out one another.

Ari Goldmann

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Gedanken zu "Der weiße Bus":
Mit sehr großer Verlässlichkeit stand und steht immer und überall, wenn sich in der Bundesrepublik Deutschland etwas verändert, Einschneidendes passiert, Geschichte geschrieben wurde und wird, irgendwo ein VW-Bus in der Nähe oder ist am Geschehen selbst beteiligt. Als Mannschaftswagen der Polizei, als Übertragungswagen des Deutschen Fernsehens, als Fluchtfahrzeug der RAF ... und ... und ...
Auf Pressefotos und Dokumentarfilmen stehen sie herum wie trojanische Pferde. Die stummen Zeugen, immer anwesend, wenn in Deutschland Geschichte geschrieben wird.

Ari Goldmann

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Gedanken zu "Geiger entweichen während sie streichen":
Das Selbstbildnis ist nach dem Vorbild des jiddischen "Fiedler auf dem Dach" entstanden. Eine Figur, die den Unebenheiten des Lebens mit Humor und Gelassenheit entgegentritt. Märchen und Musik bieten Asyl vor der Realität.
Meine Adaption stellt den verbissenen Widerstand gegen die Realität dar. Träumen und gleichzeitig wissen, dass man vom Aufwachen eingeholt wird. Hartnäckig Träumen.
Geht das überhaupt?

Ari Goldmann


Ausschnitt: Geiger entweichen während sie streichen.
2002, Öl, Stahlstifte, Lack auf Leinwand, 155 x 105 cm

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Die Präsenz von Nichts
"....und das, was ich in dem Bild selbst finden sollte, fand ich erst zwischen mir und dem Bilde, nämlich einen Anspruch, den mein Herz an das Bild machte, und einen Abbruch, den mir das Bild tat......" Heinrich von Kleist; in: Empfindungen vor Friedrichs Seelandschaft

"Dieser Satz von Heinrich von Kleist könnte auch für manches Bild von Ari Goldmann gelten. Er zielt nicht auf das Bild, sondern auf die Zwiesprache zwischen Bild und Betrachter. Doch der "Abbruch", von dem Kleist spricht, den C.D.Friedrich durch diese endlos öde Seelandschaft provoziert, kommt bei A.Goldmann nicht wirklich zustande. Denn die Leere in seinen Bildern entsteht nicht durch das Fehlen von Etwas, sondern durch die Präsenz von Nichts. Das anwesende Nichts.... oder wie immer man diese vibrierende Leere im Gegensatz zu einer leeren Leere bezeichnen möchte....."

Peter Bohey, anlässlich einer Ausstellungseröffnung, 2011

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".......Goldmann macht es seinen Betrachtern nicht leicht. Immer das Gegenteil des Gesehenen denken zu müssen, ist eben auch nicht jedermanns Sache."

Ernst Brennecke, Hamburger Abendblatt 2010

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... Meine künstlerische Arbeit will ich anhand eines Bildes beschreiben:
Der Blick aufs Meer war Caspar David Friedrich unzählige Male der Anlass für ein Bild gewesen und für Gerhard Richter ist es das heute noch. An Faszination hat dies Sujet über Jahrhunderte nichts verloren. Den ständigen Wechsel von Licht und Wasserstruktur kann man auf unendlich verschiedene Arten und Weisen malen. Der Blick in diese räumliche Tiefe evoziert unweigerlich Fragen an die menschliche Existenz: Woher ...? Wohin ...? Gibt es ein Leben nach dem Tod?
Und genau diese Fragen verwundern mich. Warum stellen wir vor einem Bild von Caspar David Friedrich immer noch die gleichen Fragen? Wir wissen, das Meer ist klein und überfischt, wir fliegen in drei Stunden darüber nach New York, wir glauben (eigentlich) nicht an Gott, wir haben die Fragen schon anders beantwortet, und trotzdem stellen wir beim Betrachten eines Meerstücks die Frage: "Gibt es ein Leben nach dem Tod?"
Wie lange hält so ein "Bild im kulturellen Gedächtnis", wenn sich die Rahmenbedingungen verändern? Werden unsere Enkel vor dem "Blick aufs Meer" diese Fragen nicht mehr stellen?

Ari Goldmann: Katalog "Der Berg", Kunstverein Heidelberg, 2002

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Wie macht man aus einer... die...?
Ausgangspunkt meiner künstlerischen Arbeit sind Situationen, wie die “Beerdigung von Billy Mays” oder “Die Küchenriege des weißen Hauses geht im Garten spazieren”, Endpunkt sind große allgemeingültige Menschheitsthemen. So wird aus einer Beerdigung die Beerdigung, das Ausscheiden eines Menschen aus der Gesellschaft, und aus einigen Köchen im Garten werden die Köche par excellence.
Doch wie macht man aus einer… die….? Wie macht man aus einem…. der….?
Gegenständliche Malerei taugt nicht, sie dupliziert nur bestimmte/konkrete Situationen.
Bei Ungegenständlicher Malerei wird das Gegenteil zum Problem, ihre unbestimmte Allgemeingültigkeit entzieht sich jeder konkreten Thematik.
Von diesem Widerspruch flankiert habe ich in den letzten 20 Jahren eine Form von Malerei entwickelt, die sich mit graphisch reduzierten Formen und malerischen Flächen aus Lack, Öl, Acryl – in unzähligen Schattierungen aus Mattigkeit und Glanz – dem “Zentrum des Präzisen diffus und dem Randbereich des Diffusen präzise” (Jean-Christophe Ammann) zu nähern versucht.

Ari Goldmann, 2013

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Mein Schrecken
"Ich war erschrocken, als ich die Anzeige einer Modefirma entdeckte, die mit der heiligen Mutter Gottes für ihre Unterwäsche warb. Der Schrecken war Auftakt für die Bildserie "Mein Schrecken war, der Feind hat kein Gesicht". In dieser Serie beschwere und entlaste ich die großen alten menschheitsbewegenden Bildthemen, ich lade sie inhaltlich auf und ab und stelle unentwegt die Frage:
"Transportiert konsequente Inhaltslosigkeit nicht auch einen Inhalt?"
Die Tabuüberschreitungsindustrie der Gegenwart, die unter dem Motto "Großen Themen die Größe nehmen" unentwegt inhaltsleere Schönheit produziert, ist der Pool, aus dem sich meine künstlerische Arbeit nährt ..."

Ari Goldmann, 2001


Der Heimerisen Altar. 2011, Collage, 55 x 65 cm

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Was früher war, ist heute heute.
In Ari Goldmanns Werk verliert die Zeit ihre Richtung. Was früher war, ist heute heute. Das Ergebnis dieser Logik: Dürers Druckgrafik entsteht aus dem schwarzen Quadrat von Malewitsch, erst hört man Madonna und später Bach. Alle Zeit, ob Vergangenheit oder Zukunft, ist im Kopf gleichzeitig.
In dieser Verdurcheinanderung löst Ari Goldmann bekannte Motive aus ihren geschichtlichen Zusammenhängen und lädt sie im Sinne eines „katholischen Minimalismus“ (zwei Dinge, die sich gegenseitig ausschließen) mit neuer Bedeutung auf. So gelingt es dem Künstler elegant, großen Themen die Größe zu nehmen, ohne sie zu kleinen Themen zu schrumpfen.
Er malt die Bilder einer postapokalyptischen Zeit, in der man sich noch gerne, in Nostalgie schwelgend, an die Apokalypse zurückerinnern wird.

Georg Kühn, 2002

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Pessimismus der Vernunft, Hoffnung des Willens
Als er von der "metaphysischen Obdachlosigkeit des modernen Menschen" sprach, entgegnete ich: "Pessimismus der Vernunft, Hoffnung des Willens", was auch nicht von mir war.
Pessimism of reason, hope of the will
When he spoke of the "metaphysical homelessness of modern man", I replied: "Pessimism of reason, hope of the will", which was not my expression either.

Ari Goldmann

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Palimpsest
... Ari Goldmann bedient sich der Bilder und ihrer Mythen, der Ikonen, die im kulturellen Gedächtnis einen scheinbar festen Platz einnehmen. Aber das Rettungsboot der Schiffbrüchigen von Delacroix schwimmt, aller Geschichte beraubt, in einer dichten Fläche monochromer Malerei. In der "metaphysischen Obdachlosigkeit des modernen Menschen" stehen wie alles die großen Themen und Motive der Malerei für die Malerei zur Disposition.
Den Palimpsest, die vermeintlich unmögliche Kombination, verwendet Ari Goldmann als Strategie, die Frage nach der Bedeutung, nach dem Gehalt der Bilder und ihrer Motive zu stellen. In der fröhlichen Wissenschaft der Ironie verschieben sich die Werte, offenbart Größe ihre Gefahr, zur Banalität zu verkommen, und es kann ein eigenartiges Pathos im Banalen entstehen ...

Palimpsest
... Ari Goldmann makes use of different images and their myths, of the icons that take an apparently firm place in our cultural memory. But the lifeboat of the shipwrecked by Delacroix floats in a dense field of monochrome painting, deprived of all history. In the "methaphysical homelessness of modern man" the great themes and motives in painting are, like everything else, at the disposal of painting.
Ari Goldmann uses the palimpsest, the supposedly impossible combination, as a strategy for asking questions as to the significance, the contence of images and their motives. In the jolly science of irony, values are shifting, greatness reveals its danger of delapidating into banality, and a peculiar pathos can develop in banality ...

Werner Meyer
Ausstellungskatalog / Catalogue "Die Erforschung des Horizonts", 2002

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Fragebogen, 2014
• Im Schaffensprozess meiner Kunst fühle ich mich „zuhause“, wenn….
das Bild zu scheitern droht, aber noch nicht verloren ist.
Das Ruder herumzureißen ist der eigentliche Schaffensprozess.

• Woran bemisst Du, dass ein Kunstwerk beendet ist und Du es vermeintlich „fertig“ loslassen kannst?
Das Bild muss mich im Moment der Fertigstellung überraschen und zugleich beruhigen: „Oh, was ist das? Damit habe ich jetzt nicht gerechnet. So etwas habe ich noch nicht gesehen“, denke ich dann und gleichzeitig auch: „Das kommt mir so vertraut vor!“

• Was ist es im ersten Moment, was Dich an einem fremden Kunstwerk innehalten lässt um Dich intensiver damit zu beschäftigen?
Die Aura – Ich habe keine ästhetischen Vorlieben, ein Kunstwerk kann gegenständlich oder ungegenständlich sein, blass oder bunt, Müll oder Gold, Hauptsache es vibriert.

• Wie ordnet sich für Dich Schwarz in den Farbklang aller übrigen Farben ein?
Farben – Schwarz und Weiß inklusive - sind für mich in erster Linie Bedeutungsträger. Schwarz evoziert räumliche und inhaltliche Tiefe. - Wie ein Blick in die Nacht: Man sieht nichts, aber weiß, dass unter dieser Dunkelheit die ganze Welt verborgen liegt.

Fragen: Denise Heinemeier & Axel Richter, Antwoten: Ari Goldmann